Was ist eigentlich, dieses BARF?!

Das habe ich mich am Anfang auch gefragt. Im Internet gibt es zahlreiche Posts über das Barfen, aber der eine schreibt dies, der andere das und zum Schluss wusste ich nicht mehr was ich jetzt darf und was nicht. Ich wollte an die Hand genommen werden und richtig an das Thema ran geführt werden. Geht ja schließlich um die gesunde Ernährung meines Lieblings…

Zum Thema [Was ist dieses BARF eigentlich?!] lautet die Antwort: Unter BARF versteht man ganz einfach – Biologisch artgerechte Rohfütterung! -Damit ist allerdings nicht gemeint, dass man auschließlich rohes Fleisch füttert – sondern generell eben „Rohkost“. Sprich: Gemüse, Obst, Ei, Salat, Knochen – und natürlich auch Fleisch.

Das Barfen kommt einem [finde ich] immer schwierig vor und anfangs habe ich mich auch nicht wirklich daran getraut. Ich hatte einfach „angst“ etwas falsch zu machen, irgendetwas zu vergessen, was Finn unbedingt in seinem Napf haben sollte. Trockenfutter war für mich anfangs eine gute Alternative, da ich nicht groß darüber nachdenken musste, was ich ihm da jetzt dazu mischen soll. Nämlich nichts! 🙂 Super praktisch und einfach. Mit der Zeit habe ich mich aber immer mehr mit dem Futterthema für meinen Liebling beschäftigt. Ich möchte ihn so artgerecht wie möglich füttern, dabei aber nichts falsch machen.

Somit beschloss ich mir einen Vortrag bei Frau Marianne Kohtz-Walkemeyer über das Barfen anzuhören. Die beste Entscheidung die ich bis heute nicht bereut habe. Der Abend war super interessant und lehrreich. [dazu gleich mehr] So wurde mir die Angst vom Barfen genommen! Jetzt ist es Zeit sich an das Rohfleisch dran zu trauen, denn mit dem Buch übers Barfen, welches ich mir an diesem Abend gekauft hatte, konnte ich nichts mehr falsch machen. Und wenn doch wurde uns geraten schnell den Hörer in die Hand zu nehmen und bei Frau Walkemeyer anzurufen, da sie für jeden ein offenes Ohr hat 🙂

Das Buch „Barf für Hunde – Den besten Freund gesund ernähren“ habe ich mir gekauft, um nichts zu vergessen und um zu Hause noch einmal alles in Ruhe durchlesen zu können. Das Buch kann ich wirklich nur empfehlen. Natürlich ist es nicht vergleichbar mit einem Vortrag, allerdings wird bestens erklärt, was der Hund essen darf und wie viel Fleisch im Verhältnis zum Gemüse/Obst gegeben werden sollte. Ich muss gestehen, ich brauche immer eine Anleitung in den Händen, da ich mich so beruhigter fühle, denn im Buch stehen genaue Messangaben, was der Hund wann und wie viel von jedem bekommt 😉 Mit ca. Angaben komme ich einfach nicht klar… Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

[nun zum Barf-Vortrag]

Frau Kohtz-Walkemeyer erklärte, dass sie selbst das Fleisch nicht abwiegt und ihre Hunde mal mehr mal weniger Fleisch bekommen. Sie arbeitet viel mit circa Angaben und hat keine Formel oder keinen Plan dafür wie viel von dem Pulver, von der Flockemischung etc… jetzt in den Hundenapf muss/sollte.  [Deshalb fiel ihr es auch so schwer ein Buch zu schreiben, in dem Messangaben vorhanden sind] Sie füttert ihre Hunde nach Gefühl und ich muss sagen, dass bekommt man wirklich schnell raus. Wenn ich merke Finn setzt Speck an, werden die Flocken reduziert, niemals das Fleisch! Wenn ich merke er nimmt ab, bekommt er ein bisschen mehr Fleisch und anstatt 1 EL Flocken, dann 2 EL. Nahrungsergänzungsmittel bekommen ihre Hunde keine. Sie wirft alles das in den Hundenapf was am Tag eben an Obst und Gemüse übrig blieb. Somit bekommen ihre Hunde auch jeden Tag etwas anders und ja, auch Abwechslung im Hundenapf ist gut. Einmal im Monat 1 El Öl [je nach Hundegröße] oder sie mischt [immer nur dann wenn sie dran denkt] ein wenig Heilerde mitunter. Natürlich waren das nicht die ganzen Infos von so einem Abend. Allerdings würde das den Rahmen sprengen, wenn ich euch über den ganzen Abend berichten würde 😉

[Nun zu unseren Erfahrungen.]

Finn wird jetzt seit ca. 3 Jahren gebarft. Wir bestellen unser Fleisch im Internet. Anfangs haben wir quer Beet, die verschiedenen Fleischsorten ausprobiert. Es stellte sich jedoch sehr schnell heraus was unser kleines Schleckermaul gerne frisst und was er lieber im Futternapf lässt.

Natürlich bekommt er nicht nur rohes Fleisch, was Finn dennoch am liebsten wäre. Nein, er bekommt auch Obst und Gemüse. Ich hatte ja schon erwähnt dass Finn sehr eigen mit seinem Futter ist. Tja er mag es eben nicht, wenn ich unser Gemüse und Obst püriere und ihm über das Futter gebe. Er zieht dann nur die Nase hoch, setzt sich & schaut mich an. Seine Frage lautet dann: „ Ähm ist das dein Ernst? Das soll ich Essen? Viel zu gesund!

Jop, was macht man nicht alles als Hundemama?! Genau das pürierte Obst und Gemüse wegwerfen und seinem Liebling fertig gemischte Flocken im Internet kaufen. Dort dann schön die Karotte rauspfrimeln, da wenn mein weißer Hund Karotte ist, orange wird… joa und dann die Flocken durch den Mixer lassen, da er sonst die Vitamine nicht gut aufnehmen kann…

Wie ich in meinem Eintrag Lieblingsfutter schon erwähnt hatte, bekommt Finn 700g Fleisch am Tag.
[dort stehen auch die Sorten die ich Finn füttere] Diese 700g werden in 2 Portionen aufgeteilt, da er mittags und abends immer sein Essen bekommt. Dazu bekommt er einmal am Tag noch 1 Esslöffel seiner gemixten Flocken.

Wir verwenden 4 verschiedene Packungen von Flocken, sodass es nicht langweilig wird und das Futter somit ausgewogen ist.

Obst Risotto
Zusammensetzung: Reisflocken, Bananenstücke, Papaya, Karottenflocken, Cranberries, Apfelstücke

Weißer Gemüsegarten
Zusammensetzung: 25% Apfel, 25% Pastinake, 20% Sellerie, 20% Zucchini, 10% Kokosflocken

Reine Kartoffelflocken

Swiss Müsli – Fruchtiges Bio Alpenmüsli
Zusammensetzung: Hirse, Reis, Banane, Apfel, Dattel, Aprikose, Birne, Kokosflocken

so steckt in jeder Portion etwas gesundes & ist gleichzeitig noch abwechslungsreich.

Die Flocken lass ich im warmen Wasser aufquellen so ca. eine Stunde bevor Finn sein Essen bekommt. Danach vermische ich diese mit dem rohen Fleisch und fertig ist das Hundemenü.

Natürlich mache ich mir das Barfen ziemlich leicht, da ich nicht in der Küche stehe und ihm Apfel & Banane klein schnipple und püriere. Finn bekommt eben „nur“ eine fertige Flockenmischung, die ich nur noch in den Mixer hauen muss. Allerdings frisst er mir das frische Obst und Gemüse auch nicht. Er fährt lieber total auf diesen Flockenmix ab.

Als „Naschen“ verwenden wir immer getreidefreie Leckerlies. Wir verwenden einen B.A.R.F Finisher oder die Leckereien von Malin’s Wolf. Von diesen bekommt er immer eine Hand voll nach dem Futter in seinen Napf, als Nachtisch sozusagen.

Barf Finisher

Zusammensetzung: Kartoffelflocken, Amaranthmehl, Rapsöl, Apfel (getrocknet und gemahlen), Petersilie, Karotten, Pastinaken, Schwarzkümmelschrot, Liebstöckel, Rosmarin, Dicalciumphosphat

zu Malin’s Wolf Beitrag gehts hier

Falls Finn mal Verstimmungen mit dem Magen hat, wird Heilerde in sein Futter mitunter gemischt. Außerdem bekommt er immer wenn ich daran denke, einen Esslöffel Fischöl ins Futter. Mindestens aber einmal im Monat 🙂 Bei Finn klappt das seit drei Jahren wirklich super. Er hat keinerlei Probleme oder Mangelerscheinungen. Natürlich ist es bei jedem Hund unterschiedlich. Viele verwenden auch verschiedene Futterergänzungsmittel. Wir haben bis jetzt nur Grünlippmuschel und Luzerne Pellets von Lunderland. Allerdings reichen die Leckerchen, die er als Nachtisch bekommt super aus und somit müssen wir keine weiteren Nahrungsergänzungsmittel kaufen.

So ihr Lieben, jetzt wisst ihr wie ich Finn barfe und dass das gar nicht so schwierig ist.
Man muss sich nur ran trauen.
Falls ihr Fragen zum Thema Barf habt dürft ihr mir gerne eine Mail schreiben
oder ihr macht es wie ich und hört euch einen Vortrag an 🙂

Was habt ihr für Erfahrungen mit Barfen gemacht?
Hinterlasst uns doch einen Kommentar, zum Austauschen wir freuen uns sehr 🙂

4 Antworten zu “Was ist eigentlich, dieses BARF?!”

  1. Huhu ihr Lieben!

    Wir barfen Timmy jetzt etwas über ein Jahr und es geht ihm blendend damit. Vorher war er wahnsinnig wählerisch, was sein Futter anging. Bei Trockenfutter hatte man das Gefühl, dass frisst er nur, weil er es eben fressen muss. Nassfutter kam meistens in gleicher Konsistenz hinten wieder raus. Er hat nie wirklich mit Genuss gegessen. Und das obwohl er ein Beagle ist. Die ja bekannt dafür sind, dass sie alles fressen.
    Seit dem wir barfen frisst er endlich mit Genuss. Er sitzt neben mir, während ich das Essen zubereite und er „freut“ sich richtig drauf. Es ist schön zu sehen, dass es ihm offensichtlich so schmeckt. Timmy bekommt wegen seiner schweren HD und seiner Arthrose ein paar mehr Zusätze täglich ins Futter. Ansonsten gibt es für ihn auch Fleisch und Fisch (er liebt Fisch) und jede Menge Obst und Gemüse (auch das liebt er wie verrückt) Allerdings nur frisch. An die Flocken geht er nicht ran. Aber was macht man nicht alles für die Hunde 😉 Da bereitet man eben auch Obst und Gemüse fein zu 😉
    Es war auf jeden Fall die beste Entscheidung ihn damals auf Barf umzustellen 🙂

    Liebe Grüße von uns!

    • Pfotenliebling sagt:

      Hey 🙂
      das freut mich total für Euch, wenn er das barfen super verträgt. Bei Finn ist das Gott sei Dank auch so 🙂
      wie unterschiedlich unsere Lieblinge immer sind. Aber schön, dass Timmy das frische Obst isst. Wie gesagt Finn mag nur die
      Flockenmischung… Was es für mich natürlich einfacher macht 🙂
      Ach je, ich hoffe er kommt gut klar mit der HD und der Arthrose. Was gibst du dann zusätzlich mit ins Futter?
      Allerliebste Grüße
      Lisa & Finn

  2. […] haben, ist die Futtermittelunverträglichkeit von Finn. Finn wird seit 3 Jahren gebarft. [Was ist dieses Barf eigentlich] Bis Ende des letzten Jahres hat er das auch immer wunderbar vertragen. Ganz plötzlich traten […]

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